Der Grüne Würfel auf dem Kesselbrink ist leider bislang eine Geschichte des Mißerfolgs. Hinterher ist man natürlich immer klüger, die Grundidee der BGW war aber, wie ich finde, gut. Das fanden im Übrigen auch zwei Unternehmen, die daran geglaubt haben, sonst hätten sie dort keine Gastronomie eröffnet.

Nun aber steht der Grüne Würfel wieder leer. Das ist durchaus problematisch, weil dadurch eine dunkle Ecke entstanden ist. Was tun?

Der Kesselbrink ist nicht das Teletubbie-Land, es gibt durchaus diverse Problemfelder: Suchtkranke Menschen konsumieren dort Alkohol, illegale Drogen werden dort gedealt. Gleichwohl ist das keineswegs eine No-Go-Area, wie die CDU hysterisch hyperventilierend seit Jahren behauptet, nicht einmal ein Kriminalitätsschwerpunkt (ein feststehender juristischer Begriff). Das widerlegen die Zahlen der Polizei eindeutig. Sie spricht daher angemessen von einem „Hotspot“: https://bielefeld.polizei.nrw/polizeiliche-kriminalstatistik-4

Das bedeutet: Man muss durchaus reagieren und vor allem agieren. Aber: In angemessener Form.

Oftmals wird beklagt (nicht immer zu Unrecht), dass Verwaltung und Politik zu schwerfällig sind. Nun aber wird schnell reagiert und agiert und einigen ist es immer noch nicht recht. Die Opposition möchte erst einmal repressiv die Drogen- und Trinkerszene verdrängen, bevor dort irgendetwas passiert. Natürlich sagen die nicht, wohin denn eigentlich. Wo hätten CDU und FDP die alkoholkranken Menschen denn gerne? In der Nachbarschaft des Ostmannturmviertels? Im Ravensberger Park?  Im Marktstraßenviertel? Die dortige Nachbarschaft wird sich bedanken.

Wir müssen uns vor Augen halten: Natürlich kann man jede beliebige Gruppe von jedem beliebigen Ort verdrängen. Die verschwinden aber nicht ins Nirgendwo. Die gibt es weiterhin. Und natürlich gibt es auch für suchtkranke Menschen das Recht, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Für den Aufenthalt im öffentlichen Raum gibt es Regeln und solange diese eingehalten werden, gibt es auch nichts dagegen einzuwenden. Auch Drogendealer wird es geben, so lange bestimmte Substanzen kriminalisiert bleiben. Das ist auf vielen Ebenen falsch, wie ich finde, aber so ist die Situation in der Realität. Wir müssen das alles mit der gebotenen Sorgfalt und Ernsthaftigkeit angehen. Repression ist der letzte Ausweg und die Sicherheitslage ist keineswegs so, dass wir erst einmal mit dem „eisernen Besen“ darüber gehen müssen. Wir sollten keine Zeit verlieren und nur die Kavallerie dort stationieren und schon gar nicht den Grünen Würfel einzäunen, wie es die CDU gefordert hat.

Der Kesselbrink ist mit der Skateranlage, dem Calisthenics-Park und auch vielen Veranstaltungen ein Ort der Jugend. Nun liegt es auf der Hand, auch den Grünen Würfel primär mit und für die Jugend zu bespielen; weil er dort ist, wo ihre Lebenswirklichkeit ist.

Hier alle Unterlagen und Anträge zum Konzept:

Bis Februar werden die Falken den Grünen Würfel „bespielen“. Das ist sinnhaft, weil die aktuell Kapazitäten haben (das JZ Kamp wird gerade umgebaut). Bis Februar werden verschiedene Dinge ausprobiert, ein Konzept wird erstellt. Es gab Workshops mit potentiellen Anbietern von Angeboten (IBZ, Sportbund, Wohlfahrtsverbände und viele mehr). Alle Akteure sind eingebunden. Es sollen bevorzugt bestehende Angebote in den Grünen Würfel verlagert werden, das würde die Kosten auch deckeln.

Zum Thema Grüner Würfel gab es am 04.11.2019 vor Ort eine Bürgerinfoveranstaltung. Dort wurden eine Fülle von Ideen gesammelt (über 100, wenn ich richtig gezählt habe).

Die Themen Sicherheit und Ordnung waren tatsächlich nur einige unter den vielen, die meisten waren konstruktiv nach vorne gerichtet. Die Hauptpunkte der Wünsche und Anregungen: Licht (bessere Ausleuchtung des Kesselbrinks), Integration (Was nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund betrifft, sondern zum Beispiel auch Menschen mit Behinderung u.a.), Events (Kultur, Musik, Begegnung, Bildung u.a.), Bewegung (Sportliche Angebote), Essen (Foodsharing, Open Kitchen – im Grünen Würfel steht eine tolle Küche, die man für gemeinsames Kochen verwenden kann).

So entsteht das, was wir im Leben am meisten brauchen:

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Fazit: Toll, dass es losgeht. Ich begreife das alles als sozialen Pop-Up-Store. Wir nutzen die Gelegenheit ausdrücklich als Übergangslösung und daraus kann und soll dann etwas richtig großartiges entstehen. Und wenn das alles auch nicht klappt, dann könnte dort ein Digital-Hub entstehen. 🙂

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